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Im Jahr 2002 feierten die GRÜNEN in Detmold ihr 20-jähriges Jubiläum. Ja, ja, so lange ist das schon her, dass sich die Detmolder außerparlamentarische Opposition zur Partei DIE GRÜNEN zusammengefunden hat.
In der Blütezeit der Friedensbewegung und der ausklingenden Anti-AKW-Bewegung stellte die Gründung der GRÜNEN den Versuch dar, das etablierte Parteienspektrum aufzubrechen. Die neue Partei hatte neben zahlreichen Parteilosen Zulauf auch von enttäuschten Sozial- und Freidemokraten sowie Resten der radikalen Linken. Und es gelangen "aus dem Stand" Achtungserfolge: 1983 der Sprung in den Bundestag und 1984 mehr als 12 % bei der ersten Kommunalwahlbeteiligung in Detmold.
Viele Ideale und viele Mitstreiter von damals gingen verloren. Aus der Fundamentalopposition wurde eine Partei, die konstruktiv in den Parlamenten mitarbeitet. Aber trotzdem oder gerade deswegen bleiben die GRÜNEN bis heute die Partei, die Missstände in Verwaltungen aufdeckt, eine Partei, ohne die es viele ökologische und soziale Projekte so nicht gäbe. Eine Partei, der es gelungen ist, das alte Parteienspektrum aufzubrechen. Aber auch eine Partei, die oft zu Recht an ihren eigenen früheren Ansprüchen gemessen wird. Gerade in Detmold haben die GRÜNEN viel erreicht. Neben dem Einstieg in die Energiewende, der Gründung der SVD und der Einrichtung einer Gleichstellungsstelle können u.a. der Ausbau der Ganztagsbetreuung in Kindergärten, der Erhalt der Freibäder und eine zumindest teilweise an ökologischen Kriterien orientierte Stadtentwicklungspolitik genannt werden. Diese Erfolge sind auf eine konsequente Sachorientierung bei Beibehaltung ökologisch-sozialer Grundsätze zurückzuführen sowie darauf, dass es egal war, welche Partei jeweils als Bündnispartner gewonnen werden konnte. Denn eines ist klar: Als kleine Partei können die GRÜNEN nur etwas erreichen, wenn Bündnispartner gewonnen werden.
Bis weit in die 90er Jahre hinein war es für Verwaltungsmitarbeiter in Detmold und im Kreis Lippe gefährlich, sich zu den GRÜNEN zu bekennen. Verwaltungsmitarbeitern wurde von Vorgesetzten verboten, mit GRÜNEN zu sprechen; wurde bekannt, dass jemand den GRÜNEN nahestand, konnte er/sie eine Bewerbung gleich vergessen. Dies hat sich geändert, allerdings nur teilweise. In unguter Erinnerung ist noch die Absetzung der den GRÜNEN nahestehenden Detmolder Jugendamtsleiterin im vergangenen Jahr, die dem politischen Strippenziehen zum Opfer viel. Es gehört auch heute noch Mut dazu, sich zu den GRÜNEN zu bekennen.
Wofür brauchen wir heute die GRÜNEN? Schließen Sie die Augen und stellen sich einmal vor, der Bundestag bestünde wie jahrzehntelang nur aus SPD, CDU und FDP, Deutschland würde ausschließlich repräsentiert durch Schröder, Stoiber und Westerwelle. Da packt Sie das Grauen? Das ist ein Alptraum? Sehen Sie!
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